Wann haben Sie es aufgenommen?Im Jahr 1987, in der alten DDR, in Halle/Saale.
Warum sind Sie Fotograf geworden?Um den menschlichen Zoo zu erkunden, zu dokumentieren.
Gab es andere Berufswünsche in Ihrer Kindheit?Zoodirektor.
Was/Wer hat Sie in Ihrem Leben am meisten geprägt?Meine Großmutter.
Was fotografieren Sie am liebsten?Menschen in komisch/grotesken Situationen.
Was wäre Ihr Traumprojekt?Eine Mode-Fotoproduktion auf den Erdölfeldern im Kaspischen Meer nahe der Hauptstadt Baku.
Was war Ihr schönster Job?Russische Oligarchen zu porträtieren.
Welcher Job war am schwierigsten und warum?Porträts der 68er-Szene für ein Lifestylemagazin zu fotografieren. 68er-Philosophie und Lifestyle funktionieren eigentlich nicht, sie sind ein Widerspruch an sich, natürlich hat der Kunde gemeckert.
Was bedeuten Ihnen Ihre freien Arbeiten?Ohne diese würde ich nicht mehr fotografieren.
Mit wem würden Sie gerne einen Print tauschen?Mit dem teuersten Fotografen der Welt. Das Bild würde ich verkaufen und den Erlös sinnvollen Dingen zuführen.
Wo bleiben Sie beim Surfen im Netz hängen?Ich hasse das Surfen im Netz, dafür surfe ich lieber in der realen Welt.
Welches Fotobuch wollten Sie nicht missen?Handbuch der Fototechnik, ein reines Technikbuch.
Was ist Ihr Lieblingsmagazin?Micky Maus & Donald Duck.
Was ist Ihr Lieblings-Designobjekt?Alte Dampflokomotiven.
Kochen Sie gerne? Wenn ja, was?Wenig und selten. Wenn ich koche, dann Muscheln in Weißweinsauce. Das erinnert mich jedes Mal an einen wunderschönen Urlaub in der Bretagne.
Welche Musik hören Sie?Seit kurzem versuche ich mich, durch meine Fotoassisten angesteckt, an Free-Jazzmusik heranzutasten.
Wie verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?Mit der Familie, wenn die Kinder ruhiger wären, dann wahrscheinlich am allerliebsten.
Wen würden Sie gerne kennen lernen oder kennen gelernt haben?Johann Sebastian Bach; mein Sohn muss demnächst eine Menge seiner Songs durch seine Kehle schmettern. Ich würde gerne mal wissen, was das so für ein Typ ist. Außerdem ist seine Musik die Alternative zum gegenwärtigen Musikmüll.
Was ist für Sie die größte Versuchung?Meine Frau, meine Familie.
Olaf Martens wurde 1963 in Halle/Saale geboren und lebt heute mit seiner Familie in Leipzig. Studiert hat er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 2006 unterrichtet Olaf Martens jährlich einen Meisterkurs in Fotografie an der Efti Fotoschule in Madrid.
Seine Fotografien wurden unter anderem ausgestellt im Moskauer Haus der Fotografie, im Grassi Museum Leipzig und im Leopold Museum Wien. Seine Arbeiten sind unter anderem in der Sammlung Goetz, in der Sammlung F.C. Gundlach, in der Sammlung Waning und im Leopold Museum vertreten. Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen gehören: Masken und Fassaden / Arnoldsche Art Publishers Stuttgart 2003; Olaf Martens - Fotografien / Edition Stemmle 1994; Frostiges Feuer / Edition Stemmle 1996; Träume-Welten-Hintergründe /
Faber & Faber 2004.
Für 2009 ist eine Einzelausstellung in der Galerie Bertin Toublanc in Miami geplant. Repräsentiert wird Olaf Martens von der Münchner Galerie f5,6, der Galerie Cokkie Snoei in Rotterdam und der Galerie PlanB in Wien.
Kommerziell arbeitet Olaf Martens für Auftraggeber, die ihn wegen seines unverwechselbaren, künstlerischen Stils buchen, wie beispielsweise die erfolgreiche russische Balletttänzerin Diana Vishnyova, die provokative russische Rockband Leningrad, die Münchner Firma Roeckl und der Lebensmittelkonzern Unilever. Aktuell arbeitet er an einer Kampagne für die Oper Leipzig. Vertreten wird er durch die Mailänder Fotografenagentur SUDEST57.
Informationen:
www.olaf-martens.de